Akuter Botulismus bei Wiederkäuern

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Sehr geehrte Jägerinnen und Jäger,

im Schwarzwald sind im August 2018 in einem Milchkuhbetrieb 54 Kühe und Rinder an Botulismus verendet und es entstand ein Schaden von € 72 000,- (SÜDKURIER Nr 186, v. 14. August 2018)

Botulismus ist eine Intoxikation durch ein bakterilles Gift, das unter Sauerstoffabschluß und höheren Temperaturen durch das Bakterium botulinum gebildet wird. Das Bakterum kommt in der Umwelt insbesondere im Boden, im Darm von gesunden Tieren und bes. in Geflügelkot vor. Das Gift ist das am stärksten wirksame Gift (ein Neurotoxin BoNT, mit 7 verschiedenen Toxovaren)- 1 g kann 10 Mill. Menschen töten. Botulismus kommt von Botolos = Wurst, weil früher über nicht ausreichend erhitzte und nicht gekühlte Wurstkonserven die tödliche Erkrankung beim Menschen ausgelöst wurde. Das Gift löst eine Lähmung der gesamten Skelettmuskulatur aus. Wiederkäuer aber auch Pferde erkranken, wenn sie das Gift übers Futter oder Tränke aufnehmen, dabeibist die Silage die Hauptkomponente. Wenn bei der Silagegewinung Tierkadaver, Erdboden, (Düngung mit Geflügelkot oder Klärschlamm oder Gärresten aus Biogasanlagen) in die Silage gelangen, dann können die eingebrachten Botolinum Bakterien im Sauerstoff freien Milieu bei höheren Temperaturen zur Giftbildung angeregt werden und das Gift diffundiert von den Nestern in das umliegende Silagegut ein. So kann es zu einer großen Erkrankungswelle kommen und über die Lähmungen zum Tod innerhalb Stunden oder wenigen Tagen führen. Der Tod tritt durch die Lähmung der Atemmuskulatur ein und führt zum Ersticken. Bei Wasservögeln kann durch Botulismus Massensterben ausgelöst werden, wenn am Grund von Niederwasser Tierkadaver im Schlamm liegen und die Wassertemperatur über 25°C steigt. Durch die Muskellähmung fällt der Kopf ins Wasser und die Vögel ertrinken.

Welche Vorbeugemaßnahmen sind sinnvoll?

1. Verhinderung des Einbringens von Tierkadavern in die Silage: Wird das Gras im Mai gemäht, dann sollte vor dem Mähen die Wiese auf das Vorhandensein von Rehkitzen abgesucht werden. Dazu gibt es verschiedene Methoden- am sichersten das Absuche der Wiesen mit Drohne und Wärmebildkmera (Rehrettung Hegau-Bodensee). Immer ist es aber wichtig, dass der Landwirt den Mähzeitpunkt rechtzeitig dem Jäger meldet- d.h. mindestens ein Tag zuvor und dann auch mit dem Mähen wie geplant beginnt. Beim Mähen sollte von Innen nach Außen gemäht und die Schnitthöhe sollte auf 8-10 cm Höhe eingestellt werden, um bodennah lebende Tiere nicht zu erfassen. Dies wurde bereits 2011 in der Fachzeitschrift der Landwirte (TOP AGRAR) veröffentlicht Bei der empfohlenen Schnitthöhe kommt auch weniger Erde in das Futter und die Narbe wächst wieder deutlich schneller.

2. Sauberkeit beim Einbringen des Mähgutes und beim Pressen der Silage: Kein Einbringen von Erde in die Silage, Reinigen der Traktoren und insbesondere die Reifen, die die Silage festfahren.

3. Wenn ein Tiervermäht wurde und der Landwirt hat dies bemerkt, dann die Kadaverteile suchen und entsorgen. Vermähte Rehkitze dem Jagdpächter melden doch besser vorher gemeinsame Vorbeugemaßnahmen durchführen.

Das Vermähen von Rehkitzen ist ein besonderes Problem des Tierschutzes, bei Vorsatz kann es zu einem Straftatbestańd führen

Mit feundlichen Grüßen und Waidmannsheil

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Sehr geehrte Jägerinnen und Jäger,

im Schwarzwald sind im August 2018 in einem Milchkuhbetrieb 54 Kühe und Rinder an Botulismus verendet und es entstand ein Schaden von € 72 000,- (SÜDKURIER Nr 186, v. 14. August 2018)

Botulismus ist eine Intoxikation durch ein bakterilles Gift, das unter Sauerstoffabschluß und höheren Temperaturen durch das Bakterium botulinum gebildet wird. Das Bakterum kommt in der Umwelt insbesondere im Boden, im Darm von gesunden Tieren und bes. in Geflügelkot vor. Das Gift ist das am stärksten wirksame Gift (ein Neurotoxin BoNT, mit 7 verschiedenen Toxovaren)- 1 g kann 10 Mill. Menschen töten. Botulismus kommt von Botolos = Wurst, weil früher über nicht ausreichend erhitzte und nicht gekühlte Wurstkonserven die tödliche Erkrankung beim Menschen ausgelöst wurde. Das Gift löst eine Lähmung der gesamten Skelettmuskulatur aus. Wiederkäuer aber auch Pferde erkranken, wenn sie das Gift übers Futter oder Tränke aufnehmen, dabeibist die Silage die Hauptkomponente. Wenn bei der Silagegewinung Tierkadaver, Erdboden, (Düngung mit Geflügelkot oder Klärschlamm oder Gärresten aus Biogasanlagen) in die Silage gelangen, dann können die eingebrachten Botolinum Bakterien im Sauerstoff freien Milieu bei höheren Temperaturen zur Giftbildung angeregt werden und das Gift diffundiert von den Nestern in das umliegende Silagegut ein. So kann es zu einer großen Erkrankungswelle kommen und über die Lähmungen zum Tod innerhalb Stunden oder wenigen Tagen führen. Der Tod tritt durch die Lähmung der Atemmuskulatur ein und führt zum Ersticken. Bei Wasservögeln kann durch Botulismus Massensterben ausgelöst werden, wenn am Grund von Niederwasser Tierkadaver im Schlamm liegen und die Wassertemperatur über 25°C steigt. Durch die Muskellähmung fällt der Kopf ins Wasser und die Vögel ertrinken.

Welche Vorbeugemaßnahmen sind sinnvoll?

1. Verhinderung des Einbringens von Tierkadavern in die Silage: Wird das Gras im Mai gemäht, dann sollte vor dem Mähen die Wiese auf das Vorhandensein von Rehkitzen abgesucht werden. Dazu gibt es verschiedene Methoden- am sichersten das Absuche der Wiesen mit Drohne und Wärmebildkmera (Rehrettung Hegau-Bodensee). Immer ist es aber wichtig, dass der Landwirt den Mähzeitpunkt rechtzeitig dem Jäger meldet- d.h. mindestens ein Tag zuvor und dann auch mit dem Mähen wie geplant beginnt. Beim Mähen sollte von Innen nach Außen gemäht und die Schnitthöhe sollte auf 8-10 cm Höhe eingestellt werden, um bodennah lebende Tiere nicht zu erfassen. Dies wurde bereits 2011 in der Fachzeitschrift der Landwirte (TOP AGRAR) veröffentlicht Bei der empfohlenen Schnitthöhe kommt auch weniger Erde in das Futter und die Narbe wächst wieder deutlich schneller.

2. Sauberkeit beim Einbringen des Mähgutes und beim Pressen der Silage: Kein Einbringen von Erde in die Silage, Reinigen der Traktoren und insbesondere die Reifen, die die Silage festfahren.

3. Wenn ein Tiervermäht wurde und der Landwirt hat dies bemerkt, dann die Kadaverteile suchen und entsorgen. Vermähte Rehkitze dem Jagdpächter melden doch besser vorher gemeinsame Vorbeugemaßnahmen durchführen.

Das Vermähen von Rehkitzen ist ein besonderes Problem des Tierschutzes, bei Vorsatz kann es zu einem Straftatbestańd führen

Mit feundlichen Grüßen und Waidmannsheil